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Erbrecht

 

Nach einem Todesfall muss entschieden werden, was mit dem Besitz des Verstorbenen geschehen soll. Genaueres hierzu regelt das Erbrecht. In dem Gesetzestext wird eine generelle Erbfolge festgelegt, die sich nach dem Verwandtschaftsgrad richtet. Die Erbfolge bestimmt, dass immer die nächsten Verwandten des Verstorbenen erben. Das deutsche Erbrecht erlaubt es jedoch, durch ein Testament selbst zu entscheiden, wer welchen Anteil des eigenen Besitzes erben soll. In einem Testament werden die Begünstigten, Erben genannt, festgehalten. Im Todesfall wird das hinterlegte Testament von einem Notar eröffnet.

 

Geschichte des Erbrechts

Die Geschichte des Erbrechts reicht lange zurück. Bevor die Menschheit sesshaft wurde, entschied zunächst die Sippe über das Eigentum des Verstorbenen. Mit der zunehmenden Sesshaftigkeit wurde das Familienerbrecht angewendet. Das Eigentum blieb im engsten Kreis der Familie. Es ist anzunehmen, dass bei höherem sozialen Rang auch die Wahrscheinlichkeit stieg, dass der Erblasser darüber verfügen konnte, was mit seinem Eigentum nach seinem Tod geschieht. Ab dem vierten Jahrhundert wurde die römische Testierfreiheit verbreitet, die festlegte, dass jeder Mensch selbst entscheiden kann, wer etwas erbt. Im Mittelalter wurde die Kirche bei der Erbregelung beherrschend. Es war üblich, die Kirche mit großen Zuwendungen zu bedenken. Im Gegenzug versprach die Kirche Seelenheil im Jenseits. Es entstand ein Konflikt mit dem Familienerbrecht. Mit der Abnahme des Einflusses der Kirche trat das Familienerbrecht wieder in den Vordergrund.

 

Regelungen innerhalb des Erbrechts

Das Erbrecht regelt die Erbrangfolge, die Ausführung des Testaments und die Belange der Erben. Die Regelungen des Erbrechts legen beispielsweise fest, welcher Form ein Testament bedarf, um rechtskräftig zu sein. Wird kein Testament verfasst, so sieht das Erbrecht eine genaue Erbfolge vor, die exakt festschreibt, welche Verwandtschaftsgrade vorrangig erbberechtigt sind und wann die Erbberechtigung ausgesetzt werden kann. Dies ist beispielsweise möglich, wenn ein Erbberechtigter Gewalt gegen den Erblasser ausgeübt hat. Im Erbrecht wird auch festgelegt, welche Rechte und Pflichten Erben haben.

 

Besteuerung des Erbes

Im Erbfall wird die Erbschaftssteuer erhoben. Diese ist von den Erben zu zahlen. Die Besteuerung des Erbes wurde im Deutschen Reich im Jahr 1906 einheitlich eingeführt. Die heutige Erbschaftssteuer geht auf die damaligen Erlasse zurück. Die Erbschaftssteuer richtet sich nach dem Familiengrad. Je näher das Verwandtschaftsverhältnis zum Verstorbenen desto höher ist der Freibetrag. Ehegatten wird beispielsweise ein Freibetrag von 500.000,- Euro gewährt, Nichten hingegen nur 20.000,- Euro.

 

Erbschein

Nach dem Tod eines nahen Verwandten sieht das Erbrecht eine Suche der Erben vor. Diese können sowohl auf Familienverhältnissen begründet als auch im Testament oder Erbvertrag des Verstorbenen niedergeschrieben sein. Um sich als Erbe anzeigen zu lassen, kann ein Erbschein beim zuständigen Nachlassgericht beantragt werden. Der Erbschein kann in verschiedenen Ausführungen ausgestellt werden, je nach Anzahl und Art der Erben oder nach deren Anteil am Nachlass. Das Dokument weist den Erben als solchen aus und ermöglicht damit etwa die Durchführung von Rechtsgeschäften über die Nachlasssache.

 

Rechtliche Regelungen zum Thema Erbschein

Der Erbschein muss am Nachlassgericht beantragt werden, bei dem der Verstorbene als letztes gemeldet war. War der Verstorbene im Ausland gemeldet, so muss der Antrag zum Erbschein beim Amtsgericht Berlin-Schöneberg eingereicht werden. Der Erbschein ist keine Bedingung für die Erbschaft. Die Aufteilung der Erbschaft wird in der gesetzlichen Erbfolge geregelt. Der Erbschein dient vielmehr dazu, sich als Erbe zu identifizieren, beispielsweise um ein Konto des Verstorbenen bei der Bank aufzulösen oder andere Rechtsgeschäfte über den eigenen Teil der Erbmasse durchzuführen. Sollte nachträglich in einem Testament herausgefunden werden, dass ein Verwandter mit Erbschein doch nicht zu den rechtmäßigen Erben gehört, so kann der Erbschein wegen Unrichtigkeit wieder eingezogen werden. Dies ist von den rechtmäßigen Erben am jeweiligen Nachlassgericht zu beantragen. Damit werden die Rechtsgeschäfte des unrechtmäßigen Erben unwirksam.

 

Kosten des Erbscheins

Für die Beantragung des Erbscheins wird eine Gebühr fällig, die doppelt zu zahlen ist. Diese Gebühr richtet sich nach dem Nachlasswert, also dem Wert aller materiellen und immateriellen Werte des Verstorbenen. Die erste Gebühr fällt für die Ausstellung des Dokuments an. Die zweite Gebühr wird fällig, wenn der Erbe eine eidesstattliche Erklärung über die Erbschaft abgeben muss. Die Gebühr für den Erbschein ist stark regressiv vom Geschäftswert des Nachlasses abhängig. Das bedeutet, je höher der Geschäftswert des Nachlasses ist, umso niedriger ist der Prozentsatz zur Berechnung der Gebühren. So zahlt man beispielsweise für einen Erbschein bei einem Verkehrswert von 1.000,- Euro 10,- Euro Gebühren, bei 100.000,- Euro allerdings 207,- Euro. Sollte die eidesstattliche Versicherung vor einem Notar abgegeben werden, so kommen zusätzlich die Auslagen des Notars hinzu.

 

Arten des Erbscheins

Es gibt verschiedene Arten der Erbschaft und somit der Teile, die jeder Erbe als Pflichtanteil vermacht bekommt. So gibt es beispielsweise die Möglichkeiten der Alleinerbschaft, der Teilerbschaft und der Fremdrechtserbschaft. Insgesamt werden im Erbrecht bis zu acht Erbschaften unterschieden. Für jeden dieser Fälle gibt es eine andere Art des Erbscheins. Zudem können Erbscheine individuell oder auch für Gruppen ausgestellt werden. Im letzteren Fall sind alle Erben mit ihrem jeweiligen Anteil an der Erbmasse auf dem Dokument vermerkt.

 

 

Erbfolge

Im Todesfall muss über den Nachlass des Verstorbenen entschieden werden. Dies betrifft sowohl den finanziellen Nachlass als auch die Sachwerte und Immobilien. Die Erbfolge ist die gesetzliche Regelung, die genau festlegt, welche Verwandten im Sterbefall erben. Die Erbfolge ist in verschiedene Ordnungen untergliedert. Nach dem Gesetz wird das Erbe immer den nächsten Verwandten zugesprochen, wenn kein Testament hinterlegt wurde. Ist ein Testament verfasst worden, besteht für die nächsten Verwandten jedoch weiterhin das Recht auf einen Pflichtteil, wenn sie im Testament nicht bedacht werden.

 

Erbfolge nach Verwandtschaftsgraden

Das Erbe kann nur mit einem Erbschein angetreten werden. Dieser kann beim Nachlassgericht beantragt werden. Das Gesetz unterteilt die Verwandtschaftsgrade bei der Erbfolge in fünf Ordnungen. Zu der ersten Ordnung, den direkten Erben, gehören Abkommen des Verstorbenen. Dazu zählen dessen ehelichen und nichtehelichen Kinder, Pflegekinder, Adoptivkinder, Enkel und Urenkel. Zur zweiten Ordnung zählen die Eltern des Verstorbenen sowie deren Abkömmlinge, also etwa Geschwister des Verstorbenen, Neffen, Nichten usw. Zur dritten Ordnung gehören die Großeltern des Verstorbenen und deren Abkömmlinge, etwa Cousins und Cousinen. In der vierten Ordnung erben die Urgroßeltern und die Abkömmlinge, wie Großonkel oder Großtanten. In der fünften Ordnung sind entferntere Verwandtschaftsgrade als Erben eingesetzt.

 

Erbfolge ohne Testament

Das Erbrecht sieht vor, dass die höchste Ordnung der Erbfolge erbt. Wenn Verwandte erster Ordnung existieren, erben diese den gesamten Nachlass. Ist aus dieser Ordnung kein Verwandter vorhanden, erbt die nächst niedrigere Stufe usw. Innerhalb der ersten Ordnung gilt das „Stammesprinzip“. Dies regelt, dass jeder direkte Abkömmling des Verstorbenen einen gleichrangigen Teil der Erben bildet. So erbt jedes Kind beispielsweise den gleichen Teil. Leben die Eltern des Verstorbenen noch, so erben diese den gesamten Nachlass. Lebt ein Elternteil und ein Geschwisterkind, dann teilen sich beide das Erbe zu gleichen Anteilen. Sind die Eltern tot, erben nur deren Kinder. Gleiches Prinzip gilt für die Großeltern. Ab der vierten Ordnung erbt der, der dem Verstorbenen am nächsten steht. Gibt es in diesem Verwandtschaftsgrad mehrere Personen, erben sie zu gleichen Teilen.

 

Erbfolge mit Testament

Wurde ein Testament hinterlegt, so gelten andere Richtlinien als bei der gesetzlich festgelegten Erbfolge. In einem Testament hat der Verstorbene über seinen Nachlass verfügt und Empfänger bestimmt. Allerdings ist für nahe Verwandte ein sogenannter Pflichtteil gesetzlich festgeschrieben. Dieser wird den Kindern, Adoptivkinder, Ehepartnern und eingetragenen Lebenspartnern zugesprochen. Entferntere Abkömmlinge werden nur begünstigt, wenn es keinen näheren Verwandten gibt. Der Pflichtteil kann Verwandten zu Lebzeiten entsagt werden. Wenn der Verstorbene dies verfügt hat und triftige Gründe wie familiäre Gewalt angibt, ist ein völliger Ausschluss eines Erben möglich.

 

 

Bitte beachten Sie, dass Ihnen die vorstehenden Ausführungen lediglich einen ersten Überblick zum Thema Erbfolge bieten sollen und keine juristische Beratung ersetzen.